„Rosa In The Sky“ Rosa von Praunheim in der Galerie Mond Fine Arts in Berlin

Rosa von Praunheim (geboren 1942 in Riga als Holger Bernhard Bruno Mischwitzky, verstorben 2025 in Berlin) gilt mit etwa 70 filmischen Werken als prägende Figur des Neuen Deutschen Films und als radikaler Aktivist der queeren Bewegung. Doch jenseits seines filmischen Werks entfaltet sich ein eigenständiges Œuvre als bildender Künstler – ein Werk, das in seiner Dringlichkeit heute aktueller erscheint denn je.

Von Praunheims Malerei und auch seine zeichnerische Arbeiten, das kann man jetzt in der Berliner Galerie Mond Fine Arts bestaunen, wirken ganz unmittelbar, mit kräftigen Farben, expressiven Linien und einer markanten Figuration. In seinen Bildern von Außenseitern, Aktivisten, Liebenden und Verlorenen verdichtet sich eine Haltung, die das Private stets als politisch begreift. Körper erscheinen verletzlich und trotzig zugleich. Identität ist bei ihm niemals abgeschlossen, sondern Prozess – brüchig, performativ, widersprüchlich. Gerade in einer Zeit, in der Fragen nach Geschlecht, Selbstbestimmung und gesellschaftlicher Zugehörigkeit erneut intensiv verhandelt werden, gewinnt diese Perspektive neue Schärfe.

Luzi und Dietmar am Strand

Seine Bilder sind keine dekorativen Objekte, sondern Interventionen. Sie fordern Haltung ein. Die expressive Überzeichnung dient dabei nicht der Karikatur, sondern der Entlarvung sozialer Masken.

Was macht dieses Werk heute besonders relevant? Es ist wohl vor allem die radikale, direkte Subjektivität. Von Praunheim beharrt auf dem individuellen Blick, auf dem Recht, laut, widersprüchlich und unangepasst zu sein. In einer Gegenwart, die zwischen algorithmischer Gleichförmigkeit und moralischer Empörung oszilliert, erscheint diese Haltung überraschend, originell und befreiend.

Adam und Eva
 

Seine Arbeiten zeigen, dass ästhetische Praxis und politisches Engagement keine Gegensätze sind. Sie können sich gegenseitig verstärken. Gerade jüngere Künstlerinnen und Künstler greifen wieder auf autobiografische, queere und aktivistische Strategien zurück – Strategien, die von Praunheim bereits vor Jahrzehnten mit großer Konsequenz verfolgte.

Und so erweist sich sein bildnerisches Werk nicht nur als Ergänzung zum filmischen Schaffen, sondern als eigenständiger Raum ästhetischer und politischer Selbstbehauptung. Es ist Kunst als gelebter Widerspruch – laut, zärtlich, polemisch, verletzlich. Gerade deshalb ist Rosa von Praunheim heute nicht nur eine historische Figur der queeren Emanzipation, sondern ein zeitgenössischer Künstler im emphatischen Sinne: einer, dessen Bilder uns zwingen, Stellung zu beziehen. Dieses Werk ist eine Form des gelebten Existenzialismus: Das Subjekt erscheint nicht als feste Essenz, sondern als performativer Akt. Farbe und Linie sind Mittel der Selbstbehauptung. (c) Marc Peschke   

„Rosa In The Sky“

Rosa von Praunheim in der Galerie Mond Fine Arts in Berlin

EINLADUNG ZUM OPENING

Samstag, der 21. März, 18-21 Uhr

Laudatio: Tom Tykwer

Musik: Undercover Band

 

Ausstellung: 22. März bis 4. April

Wir bitten um Anmeldung unter:

fv@galeriemond-finearts.com

 

Galerie Mond Fine Arts

Bleibtreustraße 17/ Ecke Mommsenstraße

10623 Berlin

Öffnungszeiten Di-Fr 12-18 Uhr, Sa 12-16 Uhr

www.galeriemond-finearts.com