Die neue Sammlungsdatenbank des Deutschen Architekturmuseums (DAM) ist online: Neben zahlreichen Architekturmodellen sind ab jetzt auch Zeichnungen, Pläne und Fotografien innerhalb der rund 4.000 Objekte umfassenden Onlinepräsentation einsehbar.
Die neue Online-Bilddatenbank des DAM auf Basis von BeeCollect Web ersetzt die 2012 im Rahmen der großen Architekturmodell-Ausstellung des Museums erstellte und mittlerweile technisch veraltete „Modellsammlung online“. Damit können Forschung und interessierte Öffentlichkeit nicht nur die bedeutende Architekturmodellsammlung des DAM-Archivs in einer zeitgemäßen Qualität online recherchieren, sondern erstmals zusätzlich auch ausgewählte Architekturzeichnungen, Pläne und Fotografien einsehen.

„Die neue Online-Sammlung des Architekturmuseums entspricht unserem langfristigen Ziel, die bedeutenden Bestände unserer Museen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Was mit öffentlichen Geldern finanziert und unterhalten wird, sollte auch allen offenstehen“, erklärt Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Dr. Ina Hartwig. „Ganz im Sinne eines zeitgemäßen Verständnisses von ‚Kultur für alle‘ möchten wir die digitalen Möglichkeiten gewinnbringend einsetzen und unseren Museen die hierfür erforderliche Unterstützung geben.“
Museumsdirektor Peter Cachola Schmal betont den Vermittlungsaspekt: „Der ehemalige Kulturdezernent Hilmar Hoffmann forderte die „Demokratisierung der Kultur“ – verstanden als Abbau von Barrieren beim Zugang zum kulturellen Leben plus kulturelle Bildung. Das war die Essenz seiner „Kultur für alle“. Eine offene digitale Bilddatenbank erfüllt genau diesen Zweck.“

Foto: DAM
Derzeit enthält die Online-Sammlungspräsentation knapp 4.000 Sammlungsobjekte mit einer oder mehreren Abbildungen, davon sind 1.568 Architekturmodelle. Die Bilddatenbank wird kontinuierlich weiter ausgebaut. Neben der Nutzung der Suche kann man den Zugang zu einzelnen Beständen auf der Startseite auch über eine Galerie von Architekt:innen und Architekturbüros wählen. Mehrere Tausend neue Scans von Zeichnungen, Plänen und Fotografien sowie rund 160 Bildserien von Architekturmodellen sind in den letzten drei Jahren in Vorbereitung dieses neuen Sammlungsschaufensters allein durch die großzügige Unterstützung des Kulturdezernats der Stadt Frankfurt entstanden. Dies stellt für die wissenschaftliche Nutzung aufgrund der höheren Informationsdichte einen wichtigen Fortschritt dar. Es ist nicht mehr in jedem Fall ein Besuch vor Ort im Depot nötig.
Das DAM pflegt eine zeitgenössische Sammlung mit einem Schwerpunkt auf der Zeit ab 1945. Anders als bei historischen Sammlungen muss daher vor der Onlinestellung von Abbildungen zeitgenössischer Architekturobjekte jeweils der Kontakt mit Urheber:innen, Rechtenach folger:innen und ggf. Fotograf:innen gesucht und eine individuelle Rechteklärung verhandelt werden. Dieser Vorgang ist aufwendig und erfordert gerade bei internationalen Objekten, die bereits in den 1980er und 1990er Jahren in die Sammlung kamen, mitunter ein beinahe detektivisches Vorgehen. Bis auf wenige bereits gemeinfreie Objekte sind die meisten Sammlungsgegenstände noch auf Jahrzehnte rechtebewehrt, weshalb ein selbständiger Download von Bildmaterial online bisher nicht möglich ist.

Foto: DAM
Das Dezernat für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt fördert die Digitalstrategie des Deutschen Architekturmuseum umfassend mit der Bereitstellung von Mitteln für die Programmierung der Online-Bilddatenbank, mit Ressourcen für Neuaufnahmen, Digitalisierung und Klärung von Nutzungsrechten. Darüber hinaus nimmt das Museum an regelmäßig angebotenen Austausch- und Workshopformaten des Dezernates teil, deren Ziel darin besteht, die digitale Transformation der städtischen Museen strategisch, häuserübergreifend und wirtschaftlich zu gestalten.
Meldung: Deutsches Architekturmuseum, DAM, Frankfurt am Main





