Es gibt gute Bücher, die inspirierend sind. Zu diesen würde ich den Band im Hochformat aus dem Rudolf Müller Verlag dazuzählen. Der Einband ist in Schwarzweiß mit einem schlichten Rot dekoriert. Das entspricht so nicht dem Inhalt, um den es geht. Die Autorin Andrea Stark stellt in ihrem neuen Band viele verschiedene Badkonzepte vor.

Dies tut sie in einer Weise, die sich von anderen Publikationen unterscheidet, indem sie viele Skizzen und Handzeichnungen zur Veranschaulichung verwendet. Diese sind vermaßt und nach architektonischen Gesichtspunkten ausgesucht. Vor allem Grundrisse, Schnitte und räumlich gezeichnete Ansichten. Beeindruckend ist die menschliche Herangehensweise. Die vereinfachten geometrischen Formen orientieren sich an der normierten Symbolsprache für diese Objekte. Ein Waschbecken ist ein Rechteck, an dem in der Schnittzeichnung die Installationsrohre nach unten geführt werden.

Die Tür im Grundriss, ist ein Strich mit einem Viertelkreis, wie das bei einer technischen Zeichnung leicht verständlich ist. Dennoch sprechen diese Abbildungen mit dem Betrachter, denn sie fordern dazu auf, selbst mit Bleistift und Lineal umzugehen. Eine Freihandzeichnung kann auch nicht schaden. Die 428 Abbildungen setzen sich zusammen aus solchen Handzeichnungen, die im Kontext dazu passenden Farbfotografien werden mitgeliefert. Sehr viel bedacht wurde bei diesen auf Beleuchtungseffekte gelegt, um so eine atmosphärische Verdichtung in Badezimmern zu erreichen. Das unaufgeräumte Bad ist ein ungelöstes Problem in vielen Wohnungen, da diesen oftmals immer noch der Impetus des “Außen vor Bereichs” anhängt. In Deutschland ein missliebiges Thema, da damit immer auch ein Stück der nicht bewältigten Vergangenheit in Verbindung gebracht wird.

Die Autorin scheut sich nicht an die ungewöhnlichen Orte heranzutreten und Platz für Bad und WC zu schaffen. “Wohlfühlen unter der Dachschräge” heißt ein Unterkapitel. Eine rote und rohe Backsteinwand scheint hervor. Gezeigt wird der vorher und nachher Effekt. Das Bad passt haargenau in die dafür vorgesehene Nische. Das sind Musterbeispiele mit Realitätsbezug. Im Keramikboden sind dezent einige Bodenstrahler eingesetzt worden. Die Vegetation erhöht die Wohnlichkeit des Badezimmers.

Insgesamt umfasst der 250seitige Band mit Anhang sieben Kapitel. Diese sind nach Themen unterteilt. Das fängt an, wie üblich in Sachbüchern, mit den Grundlagen. Hier ist die Badplanung der vorrangige Bezug. Damit ist die räumliche Aufteilung gemeint, aber auch die kreative Gestaltung und Entscheidungshilfen. Kapitel zwei nennt kleine Räume. Davon gibt es viele! Sanitärräume in Wohnungen sind meist klein gehalten. Neueste Entwicklungen in der Architektur sehen sogar vor, Räume für WC und Bad zu reduzieren und raumsparend zu konzipieren. Duschkabinen statt Badewanne oder Schlitzöffnungen oder sogar völliger Verzicht auf das Fenster nach draußen. Dazu passt auch das im Buch befindliche Unterkapitel: “Um die Ecke gedacht”. Kapitel drei befasst sich mit Wand- und Bodengestaltung. Neben Duschbad wäre hier das Bad auch als möglicher Ruheraum geplant. “Purismus in Weiß” oder “Ganz in Holz” sind weitere Beispiele der Einrichtung. Kapitel vier bringt Licht und Farbe ins Spiel. Von den Lichtweiten ist die Rede im Gäste-WC und Lichtblicke, die nicht fehlen dürfen. Kapitel fünf widmet sich Bädern mit Dachschräge. Altersgerecht und barrierefrei sowie universelle Designs werden in Kapitel sechs behandelt. Das sind beispielsweise maskuline Bäder und KfW geförderte, was durchaus ein Gesichtspunkt bei der Kostenplanung sein kann. Schließlich folgt wie üblich der Anhang. Darin wird erklärt, Andrea Stark ist seit 25 Jahren im sanitären Fachgroßhandel unter dem Signet “Starkberaterin” tätig. Dann erfolgreiche Weiterarbeit!

baeder-neu-gestalten-A-StarkBäder neu gestalten
Konzepte zwischen Standard und Luxus
Autorin: Andrea Stark
Verlagsgesellschaft Rudolf Müller GmbH & Co. KG, Köln
1. Auflage, 2016
Gebunden, 250 Seiten
428 größtenteils farbige Abbildungen
Größe: 21 x 29,7 cm
ISBN 978-3-481-03463-4

 

Blick ins Buch: www.bic-media.com/mobile

Bucheinband Rudolf Müller Verlag

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