Die Idee des Films ist orginell. 100 Tage lang gilt die Wette, in der ein paar Freunde freiwillig auf alle Gegenstände verzichten. Jeden Tag kommt nur eines davon zurück. Doch das Vorhaben übersteigt die eigenen Gewohnheiten. Was ist zu tun, wenn auf einmal die eigenen Kleider nicht mehr da sind? Die Wette verlangt wirklich auf alles zu verzichten  –  einziger Trost, ein Schlafsack der als Kutte übergezogen werden kann. Immer wieder geht es darum, wer besser oder cooler ist, und das haben sie jetzt davon: Sie sitzen da, ohne Möbel, ohne Kleidung, nackt und verfroren. Und das ist erst Tag eins! Draußen ist Winter und wirklich kalt. Wie sich das optisch auswirkt, ist völlig klar und einfach nur idiotisch! Denn jetzt geht es im Film zu wie Diogenes in der Tonne oder wie bei den Bettelmönchen, die auf jegliches Hab und Gut verzichten, wenn auch aus Glaubensgründen. Das kann den versplinten Akteuren im Film wirklich nicht nachgesagt werden. In 100 Dinge ist der Hintergrund ein anderer. Eine Schnapsidee bringt die jungen Leute dazu, etwas zu machen, was sonst nicht erlaubt bzw. gar nicht erst möglich wäre. Was den Film auszeichnet ist, welche Abgründe sich darin auftun, die beim genaueren Hinsehen eine willkommene Abwechslung sind.

Poster

Berlin stand früh als Dreh- und Spielort für „100 Dinge“ fest. In einer Tiefgarage hat sich jemand (Miriam Stein) ein geheimes Domizil aufgebaut, um dadurch seine laufende Insolvenz zu verheimlichen und insgeheime sein Luxusbedürfnis nach Klamotten ausleben. Es sind die großartigen Berliner Hinterhof Lofts, die ihren Charme von ihrer besten Seite her beweisen. Die beiden Freunde entpuppen sich dann als Flitzer, aber dahinter stehen zwei der beliebtesten deutschen Schauspieler der Gegenwart: Florian David Fitz und Matthias Schweighöfer.

Doch von Anfang an: Für das junge Start-up-Unternehmen der Freunde Paul Konaske (Florian David Fitz) und Toni Katz (Matthias Schweighöfer) geht es um alles: Seit fünf Jahren tüfteln die beiden Berliner an ihrer App NANA, einer künstlichen Intelligenz, die jedem Smartphone eine individuelle Stimme und sogar Emotionen und Humor verleiht. Bei einer Präsentation berichtet Paul voller Enthusiasmus der Jury (unter dem Vorsitz von Maria Furtwängler), dass NANA aus dem Smartphone den besten Freund oder die beste Freundin des Nutzers macht. Im Gegensatz zu Paul verbindet Toni mit diesem Potenzial vor allem kommerzielle Interessen. So hat er Pauls Vertrauen zu NANA (Stimme: Alexandra Schalaudek) ausgenutzt, um heimlich die Wünsche und Interessen des Freundes auszuspionieren. Durch geschickt platzierte Werbung auf seinem Smartphone kaufte Paul in der Versuchsphase stolze 151 Produkte.

„Ich fall doch nicht auf meine eigene Erfindung rein“, wehrt sich Paul. Doch letztlich weiß er: NANA hat dazu beigetragen, seine ohnehin ausgeprägte Kaufsucht noch zu verschlimmern. Das imponiert dem jungen US-amerikanischen Internet-Milliardär David Zuckermann (Artjom Gilz), der via Webcam die Präsentation mitverfolgt hat. Er bietet vier Millionen Euro für NANA und will die beiden Erfinder in vier Wochen am Rande einer Computermesse in Berlin treffen.

Im leicht angetrunkenen Zustand schließen beide eine Wette ab: Sie verzichten 100 Tage auf alles, was sie in ihrem Leben gekauft und gehortet haben, und dürfen auch nichts kaufen! Wer aufgibt oder pfuscht, überschreibt den Mitarbeitern seine 50 Prozent der Anteile am Unternehmen.

 

Am nächsten Morgen wachen Paul und Toni nackt in ihrer leeren Wohnung auf. Sie tragen nur einen Schlüssel um den Hals. Langsam dämmert es den beiden, dass sie in der letzten Nacht den Mund zu voll genommen haben. Die Mitarbeiter, so denken die Chefs, werden wohl Verständnis dafür haben, dass die Wette nur ein Scherz war. Doch dann kommt Programmierer Ronnie und erklärt: Das gesamte Hab und Gut aus beiden Wohnungen wurde über Nacht in zwei Lagerräume gebracht. Jeden Tag um Mitternacht darf sich jeder ein Ding zurückholen: „Zwei Socken und zwei Schuhe gelten jeweils als eins. Da sind wir großzügig“, sagt Ronnie. Essen und trinken können die beiden Kontrahenten in der Firma.

Am späten Abend rennen Paul und Toni nackt durch Berlin, um zu ihren Lagerräumen zu kommen. Jetzt ist logisches Denken gefragt: Was braucht man am nötigsten im verschneiten Berlin? Paul wählt einen Mantel, Toni nimmt den Schlafsack, der ihn wärmt und das fehlende Bett ersetzt. In der Nacht treffen Paul und Toni auch die geheimnisvolle Lucy (Miriam Stein), die zwei benachbarte Lagerräume angemietet hat und durch ihren mondänen Kleidungsstil auffällt.

DIE BESETZUNG

Paul Konaske – Florian David Fitz
Toni Katz – Matthias Schweighöfer
Lucy – Miriam Stein
Renate Konaske – Hannelore Elsner
Wolfgang Konaske – Wolfgang Stumph
Oma Konaske – Katharina Thalbach
Ronnie – Johannes Allmayer
Betty – Sarah Viktoria Frick
Maik – Max Bretschneider
Antonietta Kärcher – Maria Furtwängler
David Zuckermann – Artjom Gilz
Herr Becht – Daniel Flieger
Willi – Milo Eisenblätter
Willis Mutter – Nora Boeckler
NANA (Stimme) – Alexandra Schalaudek

DER STAB

Regie und Drehbuch: Florian David Fitz
Inspiriert von Petri Luukkainens „My Stuff“
Produzenten: Dan Maag, Matthias Schweighöfer, Marco Beckmann
Ko-Produzenten: Florian David Fitz, Klaus Dohle
Producer: Daniel Sonnabend
Herstellungsleitung: Patrick Zorer
Produktionsleitung: Dirk Seibert
1. Regieassistenz: Christian Patrick Doetsch
Casting: Franziska Aigner
Kamera: Bernhard Jasper
Schnitt: Denis Bachter, Ana de Mier y Ortuño
Szenenbild: Christian Eisele
Maskenbild: Charlotte Chang, Katharina de Malotki
Kostümbild, Metin Misdik
Musik: Arne Schumann, Josef Bach, Chester Travis, Jonathan Kluth
Music Supervisor: Peggy Weiß
Tonmeister: Marc Meusinger
Mischung: Christian Bischoff
Sound Design: Achim Hofmann
Postproduction Supervisor: Christian Vennefrohne
Project Manager: Stephanie Schettler-Köhler

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