Im Laufe seiner sechstägigen USA-Reise hat der Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) unter anderem vor, sich für starke und konfliktfreie Beziehungen zwischen den beiden Ländern einzusetzen. Angesichts der jüngsten Spannungen in den transatlantischen Verhältnissen scheinen jedoch zahlreiche Streitpunkte und Unsicherheiten in den Verhandlungen mit der US-Regierung unvermeidbar.

“Die Meinungsverschiedenheiten zwischen den USA und Deutschland über die Verteidigungsausgaben und Nord Stream 2 sind nicht neu. Frühere US-Präsidenten zogen es vor, ihren Unmut privat bekannt zu geben. Trump hat all dies öffentlich gemacht und den Druck erhöht, um bisherige technische Meinungsverschiedenheiten über den Handel mit einzubeziehen. Langfristiges strategisches Denken in Washington ist auf den Aufstieg Chinas ausgerichtet. Es wächst das Gefühl, dass die USA bald erheblich mehr Ressourcen für die Bewältigung der Herausforderungen im Pazifik einsetzen und ihre Verpflichtungen in Europa zurückschrauben müssen. Daher ist die europäische Weigerung, das auszugeben, was zur Verteidigung erforderlich ist, und die Bereitschaft Deutschlands, immer mehr von russischem Gas abhängig zu werden, nicht mehr nur ein Reizmittel. Die Wahrnehmung, dass Europa im Allgemeinen und Deutschland im Besonderen als neutrale Parteien und nicht als Verbündete der USA in ihren wachsenden Streitigkeiten mit China auftreten, verschärft die Spannungen nur noch weiter”.

Ein Kommentar von Prof. Michael Ben-Gad, einer der führenden Wissenschaftler im Department of Economics der City, University of London

Meldung: City University of London in Deutschland

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