Erzählt eindringlich die Lebensgeschichte des berühmt gewordenen Autors, als er während seiner Schulzeit Freundschaft in einer Gruppe Gleichgesinnter fand. Viele fühlten sich zu Schriftstellerei und Kunst hingezogen. Während sie gemeinsam aufwuchsen, vertiefte sich ihre Verbundenheit, sie erlebten die erste Liebe und überstanden Schicksalsschläge. Diese Freunde waren Zeugen von Tolkiens leidenschaftlicher Liebesgeschichte mit seiner späteren Ehefrau Edith Bratt. Sie erlebten den Ausbruch des Ersten Weltkriegs, der ihre Gemeinschaft zerstörte. All diese Erfahrungen inspirierten Tolkien später zu seinen berühmten Mittelerde-Romanen.

1937 veröffentlichte J.R.R.  Tolkien “Der Hobbit”. In den Jahren 1954 und 1955 kamen die drei Bände “Herr der Ringe” heraus, die zu den meistverkauften Romanen aller Zeiten werden sollten. Schon “Der Hobbit” war eine Sensation, der sich rasend schnell weltweit verkaufte und den Sinn für Fantasy anregte. Tolkien geriet als Autor immer stärker ins Bewusstsein später auch in Deutschland. Er erschuf Welten voller Zauberer, Hobbits, Drachen und mythischer Wesen, die von sich wie in einem Bann festgehalten erzählen.

Zur Filmwebsite: Tolkien      Spieldauer: 111 Minuten   FSK: ab 12 Jahren   Verleih: Foxfilm

Nicholas Hoult,  Tolkien spielend, hat sich zu einem gefragten Schauspieler Hollywoods entwickelt. Auch seine nächsten Projekte spiegeln seine Vielseitigkeit wider, sowohl bei Auftritten in internationalen Franchises als auch in charakterbetonten Dramen. In seiner Rolle spiegelt er Tolkien in jungen Jahren, was ihm hervorragend gelingt. Hoult ist smart, sympathisch, er wird seinen Weg schon machen. Manchmal erinnert der Darsteller in seiner Lieblichkeit auch an Jim-Bob, ebenfalls angehender Schriftsteller aus der legendären Familienserie “The Waltons”. Dieses Bild entspricht natürlich nicht der Bedeutung, die J.R.R. Tolkien als wahrer Person zukommen sollte. Es ist aber schwer, sich ein genaues Bild von der Person zu machen, die Tolkien ist, da er hauptsächlich in seinen Fantasy-Figuren in den Romanen auflebt und selbst gar nicht so schillernd wirkt wie seine Figuren. 

Tolkien und der große Krieg

Es beginnt in einer Welt aus Feuer und Asche, die so unheimlich ist, dass sie direkt aus einer dunklen Fantasie stammen könnte, aber in Wirklichkeit ist es die Welt der französischen Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs. Inmitten der Schlacht an der Somme, in der so viele junge Männer getötet wurden, taumelt Tolkien im Fieberwahn durch ein Labyrinth aus trostlosen, nebelverhangenen Gräben auf der Suche nach einem Freund. Dies ist der Ausgangspunkt, um in Tolkiens zentrales Thema der ‚Gemeinschaft‘ einzutauchen. Nur wenige Ereignisse hatten mehr Einfluss auf ihn gehabt, als die unvorstellbar große menschliche Zerstörung und die persönlichen Verluste des Ersten Weltkriegs.

Der so genannte Große Krieg brachte der Welt die bestürzende Erfahrung der industriellen Kriegsführung. Dieser Krieg wurde mit derart vielen explosiven, schnellfeuernden und chemischen Waffen geführt, die in der Lage waren Massenverluste zu verursachen, wie sie in der Geschichte der Menschheit noch nie zuvor gesehen wurde. Etwa 10 Millionen Soldaten, davon allein 700.000 britische Streitkräfte, verloren in diesem Krieg ihr Leben. Tolkien äußerte in seinen Briefen an Edith seine Zweifel, dass er überleben würde, um jemals zu ihr zurückzukehren.

Doch selbst in der Höllenlandschaft der Schützengräben war Tolkiens Fantasie tätig, während er anfing bei Kerzenlicht Notizen zu den Charakteren zu machen, die die Grundlage seiner von ihm erschaffenen Legenden wurden. Tolkien war sich dessen bewusst, dass die Ereignisse aus “Herr der Ringe” nicht auf bestimmte Ereignisse in beiden Weltkriegen bezogen waren, aber seine Erfahrungen aus dem ersten Weltkrieg, der Verlust seiner engsten Freunde beeinflussten ihn stark.

Um die Zusammenhänge zwischen Tolkiens Kriegserfahrungen mit seinem schriftstellerischen Werk, verknüpfte Regisseur Karukoski die erschütternden Kriegsszenen aus den Schützengräben an der Somme mit Tolkiens Fantasien und Halluzinationen. „Der Tod stand Tolkien in dieser Zeit so nahe“, sagt Karukoski. „In diesen Momenten gewinnt oft die Fantasie die Oberhand und man sieht quasi, wie sich sein Verstand verdunkelt. Tolkien muss das gespürt haben. Er fühlte die Angst und Dunkelheit. Ich glaube, dass er das Böse und die Dunkelheit sieht, auf den Emotionen beruhend, die er aus dem Krieg mitgenommen hat. Ich wollte das unbedingt in die Geschichte einbringen.“

Um diese Welt besser zu verstehen, recherchierte Grant Montgomery nach Fotos aus den Schützengräben und Berichten aus erster Hand. Obwohl die Bilder von der Somme alle in Schwarz-Weiß sind, erfuhr Montgomery, dass die Gräben so mit Chemikalien gefüllt waren, dass die Luft einen Gelbstich hatte, während das Wasser durch Oxide rot verfärbt wurde. „Die Farben waren surreal“, sagt er, „was filmisch funktionierte, denn in unserem Film zeigen wir Tolkien während er diese Halluzinationen hat.“

Filmposter

Über einen Zeitraum von zehn Wochen hob die Produktion ein Labyrinth von Gräben auf einem über 15 Hektar großen Gelände in der Cheshire-Landschaft, südlich von Manchester, aus. Dann setzten sie 30 Fuß hohe Plastik-Bäume in die Landschaft, die so gestaltet wurden, dass sie verbrannt aussahen. Sie hatten Granatlöcher, auf den Zweigen hingen die Ratten, die versuchten dem tödlichen Gas von unten zu entkommen. Zu Beginn der Dreharbeiten gab es ungewöhnlich starke Regenfälle, die die Authentizität noch steigerten. „Der Regen erschwerte die Arbeit, aber er replizierte auch etwas von dem, was die Soldaten in den Gräben erlebt hatten – sie standen bis zu den Knöcheln im Schlamm“, sagte Montgomery.

TOLKIEN entstand unter der Regie von Dome Karukoski, das Drehbuch schrieben David Gleeson und Stephen Beresford. In den Hauptrollen spielen Nicholas Hoult als J.R.R. Tolkien und Lily Collins als seine Muse und spätere Ehefrau Edith. Zur weiteren Besetzung gehören Colm Meaney, Anthony Boyle, Patrick Gibson, Tom Glynn-Carney, Craig Roberts, Derek Jacobi, Harry Gilby, Adam Bregman, Albie Marber, Ty Tennant, Laura Donnelly, Genevieve O’Reilly und Pam Ferris.

Produziert wurde TOLKIEN von Peter Chernin, Jenno Topping, David Ready, und Kris Thykier. Dan Finlay und Sarada McDermott fungierten als Koproduzenten. Zum Team gehörten außerdem Kameramann Lasse Frank, DFF, der Produktionsdesigner Grant Montgomery, der Cutter Harri Ylönen, die Kostümbildnerin Colleen Kelsall und die Musikbetreuerin Sarah Bridge. Die Musik zum Film schrieb Thomas Newman.

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