Kinostart 23. Januar 2020: Sie wohnen in den berühmt-berüchtigten Plattenbauten von Les Bosquets in Clichy-Montfermeil, einem Vorort östlich von Paris. Issa (Issa Perica) und seine Freunde, die „kleinen Wanzen“, schwänzen die Schule und verbringen ihre Tage mehr oder weniger auf der Straße, misstrauisch beäugt und immer wieder gefilzt von Polizisten der Einheit für Verbrechensbekämpfung, die hier täglich Streife fahren. Mit anderen Worten: Es brennt ganz gehörig in den Vorstädten. Schon bei seinem ersten Einsatz spürt Polizist Stéphane (Damien Bonnard), der Neuling in der Einheit für Verbrechensbekämpfung in Montfermeil, die Spannungen im Viertel, in dem es immer wieder zu hitzigen Auseinandersetzungen zwischen Gangs und Polizei kommt. Seine erfahrenen Kollegen Chris (Alexis Manenti) und Gwada (Djebril Zonga), mit denen er Streife fährt, haben ihre Methoden den Gesetzen der Straße angepasst. Hier herrschen eigene Regeln, die Kollegen überschreiten selbst die Grenzen des Legalen, sehen sich dabei aber stets im Recht.

Was hier als Sozialdrama die Brennpunkte der Gesellschaft aufdeckt, erinnert in Härte und Drastik an amerikanische Polizeifilme aus der Bronx oder aus Chicago, wo Unterdrückung und Rassendiskriminierung den Tagesablauf bestimmen.

Der geschiedene Stéphane hat sich aus der Provinz nach Paris versetzen lassen, um in der Nähe seines Sohnes zu sein. Die Vorstädte und ihre Gewalt kennt er nicht, bekommt sie aber gleich bei seinem ersten Einsatz zu spüren. Er ist ein korrekter Polizeibeamter, der an Recht und Gesetz glaubt, und nicht weiß, was ihn mehr schockiert: Die Gewaltbereitschaft überall im Viertel, oder der Umgang seiner Kollegen damit. Denn die folgen ihren eigenen Regeln: „Das Gesetz bin ich“, verkündet Chris, ein latenter Rassist, der sich auch schon mal drei Schülerinnen an der Bushaltestelle vorknöpft und drangsaliert. Gwada versucht zwar manchmal, seinen hitzköpfigen Partner in die Schranken zu weisen, verfolgt aber letztendlich seine eigenen Ziele. Beide haben sich arrangiert mit den Crime Lords des Viertels, teils, um die Situation zumindest ansatzweise unter Kontrolle zu halten, aber auch, um sich und ihre Familien mit Korruption über Wasser zu halten. Denn die Cops in den Banlieues, angeführt von ihrer taffen Chefin (Jeanne Balibar), sind überbeschäftigt und unterbezahlt…

Ihr Auto verlassen die drei nur, wenn sie sich halbwegs sicher fühlen. Die Machtverhältnisse im Viertel sind genau aufgeteilt und müssen immer wieder austariert werden. Mit dem selbst ernannten Bürgermeister (Steve Tientcheu) haben Chris und Gwada eine Vereinbarung, die die anderen Gangs zumindest teilweise respektieren – auch wenn die Männer einander im Grunde zutiefst verachten. Ihr eigenes Süppchen kocht die Muslimbruderschaft um ihren Anführer Salah (Almamy Kanoute), Betreiber eines Döner-Ladens, der auch als Versammlungsraum funktioniert, und vor allem die Bande herumlungernder Teenager. Das Gleichgewicht des Schreckens gerät ins Wanken, als Issa (Issa Perica), eines der Vorstadtkids, übermütig ein Löwenbaby aus einem Wanderzirkus klaut – das lebende Maskottchen von Zorro (Raymond Lopez), dem mächtigen Oberhaupt einer Zigeuner-Familie. Das Löwenbaby muss unbedingt gefunden und zurückgebracht werden, damit keine der testosteron-gesteuerten Männerbünde ihr Ansehen verliert – vor allem die beiden korrupten Cops fürchten um ihr mühsam aufgebautes System von Geben und Nehmen.

Stéphane und seine Kollegen haben Issa im Verdacht, doch bei der Verfolgung des Minderjährigen haben sie nicht mit der Solidarität und dem Widerstand der Jugendlichen gerechnet. Als sie sich gegen eine Horde Steine werfender Kinder und Jugendlicher zur Wehr setzen, wird Issa durch eine unbeabsichtigt ausgelöste Explosion einer Reizgaspatrone ins Auge getroffen und schwer verletzt. Der junge, schüchterne Buzz (Al-Hassan Ly) hat alles vom Dach aus mit einer Drohne gefilmt. Beim Versuch, an die Speicherkarte zu kommen, lassen die Cops alle Hemmungen fallen. Sie müssen ihre Tat vertuschen, aber auch das Löwenbaby finden. Stéphane ist unsicher, ob er seine Partner und ihre fragwürdigen Methoden unterstützen soll. Doch es bleibt nicht viel Zeit für moralische Konflikte. Die Polizisten haben die Rechnung ohne die Jugendgang und deren Ortskenntnisse gemacht. Sie geraten in einen Hinterhalt, und am Ende ist fraglich, wer den Kampf Cops gegen Kids gewinnt – beziehungsweise überlebt.

BESETZUNG

Stéphane DAMIEN BONNARD
Chris ALEXIS MANENTI
Gwada DJEBRIL ZONGA
Issa ISSA PERICA
Buzz AL-HASSAN LY
The Mayor STEVE TIENTCHEU
Salah ALMAMY KANOUTE
Cheapskate NIZAR BEN FATMA
Zorro RAYMOND LOPEZ
Luciano LUCIANO LOPEZ
Jaihson JAIHSON LOPEZ
Polizeichefin JEANNE BALIBAR
Macha OMAR SOUMARE
Bintou SANA JOACHAIM
Slim LUCAS OMIRI

STAB

Regie LADJ LY
Drehbuch LADJ LY, GIORDANO GEDERLINI, ALEXIS MANENTI
Original-Musik PINK NOISE
Kamera JULIEN POUPARD
Ton ARNAUD LAVALEIX, MATTHIEU AUTIN,
JÉROME GONTHIER, MARCO CASANOVA
Schnitt FLORA VOLPELIÈRE
1. Regie-Assistent ARTHUR GUERRAND
Produktions-Design KARIM LAGATI
Kostüme MARINE GALLIANO
Herstellungsleiter LAURÈNE LADOGE
Produzenten TOUFIK AYADI, CHRISTOPHE BARRAI
Produktion SRAB FILMS
Co-Produktion RECTANGLE PRODUCTIONS, LYLY FILMS
In Zusammenarbeit mit CANAL +, CINÉ +, LE PACTE, WILD BUNCH
Mit Unterstützung von LA RÉGION ILE-DE-FRANCE
In Cooperation mit CINÉVENTURE 4, CINEFEEL 4
Französischer Vertrieb LE PACTE

 

Französischer Originaltitel: Les Misérables   FSK ab 16 freigegeben  Spieldauer:  105 Minuten   Verleih: Wild Bunch

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