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Ein berühmter Maler, der zurückgezogen auf einer Burg am Rhein lebt, Kunstfreunde, die ihn verehren und ihm ein Museum bauen wollen: eine Begegnung, die die Höhen und Tiefen des Kulturbetriebs ausleuchtet, so heiter, komisch und wahr, wie es selten zu lesen ist.
KD Pratz ist ein Künstler der alten Schule, der sich jeglicher Vereinnahmung durch den Kunstbetrieb verweigert hat. Seine Bilder werden hoch gehandelt, er ist weltberühmt, hat sich aber aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Mit der Welt, verlogen wie sie ist, will er nichts zu tun haben, der eigene Nachruhm aber liegt ihm am Herzen, und so sagt er zu, den Förderverein eines Museums zu empfangen, der den geplanten Neubau ausschließlich seinen Werken widmen will.
Das erinnert, in gewissen Zügen das Künstlertum betreffend, an den satirischen Roman „Ich und Kaminski“ (2003) von Daniel Kehlmann, dessen Thema der Versuch des eitlen und überheblichen Ich-Erzählers, des Kunstkritikers Sebastian Zöllner ist, der mit einer Biographie dem alten blinden Maler Kaminski auf die Sprünge helfen will. Das seltsame Spannungsverhältnis zwischen Kritiker und Künstler bildet hier den Rahmen für eine Satire auf den Kunstbetrieb mit seinen Eitelkeiten und die Darstellung der peinlichen Diskrepanz zwischen Zöllners Selbstüberschätzung und der Realität.
Zurück zu Magnussons Roman, in dem sich Mitglieder des Museums-Fördervereins nicht einer Meinung über die Bedeutung von KD Pratz werden, dennoch fühlen sie sich hoch geehrt, als ihnen ein exklusives Treffen mit dem Maler und ein Besuch auf seiner fast schon legendären Burg am Rhein in Aussicht gestellt wird. Wie die Kunstfreunde bei dieser Begegnung mit ihrem Idol nach und nach die Contenance verlieren, als der Meister ihnen die Unvollkommenheit der Welt und ihre eigene um die Ohren haut, dabei subtil die eigene Größe inszeniert, den Kunstbetrieb niedermacht und gleichzeitig behauptet – davon erzählt Kristof Magnusson mit großer Meisterschaft und leuchtet die Untiefen unseres Kulturbetriebs aus.
Ein Mann der Kunst
Roman von Kristof Magnusson
Verlag Antje Kunstmann, München
1. Auflage, 2020
gebundene Ausgabe, 240 Seiten
Größe: 21,6 x 14,2 x 2,7 cm
ISBN 978-3-95614-382-3


