Mehr als 6000 Besucher:innen, rund 100 Veranstaltungen mit fast 50 Autor:innen und Illustrator:innen – Ein starkes Debüt . Am Freitag, dem 27. Juni, ging die erste Ausgabe des Kinder- und Jugendbuchfestivals STADT LAND BUCH zu Ende. Mit einer Gesamtzahl von über 6000 Besucher:innen hat das Festival gezeigt, dass es in Frankfurt und der Rhein-Main-Region eine große Begeisterung für Kinder- und Jugendliteratur gibt. In der Woche vom 22. bis 27. Juni fanden rund 100 Veranstaltungen an 66 Veranstaltungsorten statt; beteiligt waren fast 50 Autor:innen und Illustrator:innen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum.

„Die Resonanz von STADT LAND BUCH könnte nicht schöner sein“, resümiert Festivalleiter Benno Hennig von Lange. „Für die vielen kleinen und großen Besucher:innen haben einzigartige und nachhaltige Begegnungen mit Literatur stattgefunden, die Autor:innen waren begeistert und dankbar für den Festivalrahmen und die Leseförderung an den teilnehmenden Schulen wurde neu belebt. So war das Festival das, was ich mir gewünscht habe: Ein starkes, positives Signal in einer schwierigen Zeit.“
Mit STADT LAND BUCH deckte das Junge Literaturhaus Frankfurt einen spürbaren Bedarf in Stadt und Region. Dank der zahlreichen engagierten Partner:innen des Festivals, war es möglich, die Autor:innen und ihre Geschichten direkt an die Lern- und Lebensorte der Kinder und Jugendlichen zu bringen und so niedrigschwellige Zugänge zu Literatur zu schaffen. Vielen jungen Menschen bot sich erstmals die Möglichkeit Literatur zu erleben, selbst aktiv zu werden und in direkten Austausch mit Autor:innen wie Paul Maar, Nadia Budde, Susann Kreller oder Kerstin Gier zu treten.
Die rund 35 Veranstaltungen an KiTas und Schulen waren dank der Förder:innen für teilnehmende Kinder und Jugendliche kostenlos. Dass dieses Angebot auch über den schulischen Rahmen hinaus Wirkung entfalten konnte, zeigt sich in vielen Rückmeldungen – etwa von Christine Ewald, einer Förderschullehrerin aus Frankfurt: „Abgesehen von unseren tollen Lesungen mit Martin Baltscheit und Kristina Vogel, war auch der Rest des Festivals unglaublich genial. Viele Kinder meiner Klasse haben das Angebot intensiv genutzt und hatten auch hier viele tolle Erlebnisse.“


Eine besondere Ergänzung war das Podcastprojekt Bücheralarm, das während des Festivals mit einem mobilen Aufnahmestudio („Podcastmobil“) an elf Schulen in der Region Station machte. Kinder und Jugendliche produzierten gemeinsam mit Profis und Autor:innen eigene Podcastfolgen – von der Idee über das Interview bis zur fertigen Audiodatei. So wurden Literaturvermittlung und digitale Medienkompetenz im Rahmen von STADT LAND BUCH innovativ verknüpft – und junge Menschen zu aktiven Erzähler:innen und Produzent:innen. „Die Schüler:innen waren schwer beeindruckt und können es immer noch nicht fassen, einen eigenen Podcast aufgenommen zu haben, den man überall hören kann. Wir haben ihn bereits mehrfach angehört“, berichtet eine Lehrerin begeistert. Zu hören sind die Folgen bei BÜCHERALARM@school auf allen gängigen Streaming-Plattformen.

Als Teil des von Benno Hennig von Lange konzipierten Festivals fand am 25. Juni die Fachtagung „Ein paar Seiten weiter“, organisiert von Christina Tüschen, im Literaturhaus Frankfurt statt. 100 Teilnehmende aus Bildung, Bibliotheken, Literaturvermittlung, Wissenschaft und Verlagen kamen zusammen, um über aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen in der Kinder- und Jugendliteratur- vermittlung in Austausch zu kommen und zu diskutieren. Die Tagung bot Raum für intensive Gespräche, Begegnungen und neue fachliche Impulse – zahlreiche Teilnehmer:innen vernetzten sich über Institutionen hinweg und knüpften erste Ansätze für zukünftige Kooperationen. Den Abschluss bildete das öffentliche Abendpanel „Einfach Lesen?!“, das sich der Frage widmete, wie Literaturvermittlung in Schule und Kita heute gelingt – und wo strukturelle, pädagogische und gesellschaftliche Herausforderungen liegen.
Christine Knödler, Tagungsteilnehmerin und Moderatorin des Panels, fasst ihre Eindrücke so zusammen: „Es ist beeindruckend, was Benno Hennig von Lange und Christina Tüschen da auf die Beine gestellt haben. Schon lang nicht mehr habe ich derart vielseitige, inspirierende Stunden verbracht. Zu erfahren, was für die Leseförderung bereits getan wird, welche spannenden Projekte es gibt, und was wir alle noch tun können, war und bleibt überaus bereichernd und wichtig. Von den persönlichen Begegnungen und einem entsprechend intensiven Austausch ganz zu schweigen. Dass das Junge Literaturhaus Frankfurt sich die so wegweisende Vernetzung zur Aufgabe gemacht und seine Räumlichkeiten dafür zur Verfügung gestellt hat, ist nicht selbstverständlich, immer ein erheblicher Arbeitsaufwand mehr, und nicht zuletzt deswegen eines großen Dankes wert.“
Dr. Susanne Völker, Geschäftsführerin des Kulturfonds Frankfurt RheinMain, unterstreicht die Vielfalt des Angebots: „Mit STADT LAND BUCH ist dem Jungen Literaturhaus Frankfurt ein wunderbares Angebot für junge Menschen gelungen. In einer zugleich offenen, konzentrierten und fröhlichen Atmosphäre konnte alles rund ums Buch ausprobiert werden: es wurde gelesen, vorgelesen, zugehört, geschrieben, illustriert und gezeichnet, diskutiert und produziert. Gerne haben wir diese vielseitige Einladung zur Lesebegeisterung und Neugier unterstützt.“
Auch die Aventis Foundation sieht im Festival ein starkes Signal für kulturelle Bildung: „Wir freuen uns sehr, dass STADT LAND BUCH so ein erfolgreiches Debüt gelungen ist und wir auch in 2026 und 2027 dieses inspirierende Festival wieder fördern. Als Aventis Foundation ist es uns ein wichtiges Anliegen, kulturelle Bildung für junge Menschen zugänglich zu machen“, so Ulrike Hattendorff, Vorständin der Aventis Foundation.
Dr. Kristina Hasenpflug, Geschäftsführerin der Deutsche Bank Stiftung, betont die Bedeutung der Zusammenarbeit: „Gemeinsam fürs Lesen: So könnte man den großen Erfolg von STADT LAND BUCH betiteln. Denn sowohl die starke Allianz der Förderpartner als auch die vielen Institutionen, die dem Festival eine Bühne geboten haben, zeigen, wie wir jungen Menschen passgenau spannende Erfahrungsräume bieten und kulturelle Teilhabe ermöglichen können“.
Dr. Kirsten Siersleben, Geschäftsführerin der DZ BANK Stiftung, ist begeistert von der vielversprechenden Erstauflage von STADT LAND BUCH und blickt bereits voraus: „Die so positive Resonanz zeigt deutlich, dass ein solches Festival bislang gefehlt hat. Wir freuen uns sehr darauf, die Förderung im nächsten Jahr fortzusetzen!“
Der große Zuspruch von Schulen, Autor:innen, Veranstaltungsorten und Publikum bestätigt, dass STADT LAND BUCH zur richtigen Zeit an den richtigen Orten ansetzt. Auch in den kommenden Jahren soll das Festival Kindern und Jugendlichen in der Region vielfältige Zugänge zur Welt der Bücher eröffnen – lebendig, einladend und gemeinsam mit starken Partner:innen vor Ort.

Die nächste Ausgabe findet vom 14. bis 19. Juni 2026 statt.
Hauke Hückstädt, Leiter des Literaturhauses Frankfurt, blickt zuversichtlich auf die nächsten Jahre: „Auf das gelungene Festival folgte ein Tusch an vielen Dutzend begeisterten Rückmeldungen. Wir danken unseren Förderern und Partnern. Das Literaturhaus mit seinen Partnern hat gezeigt, was möglich ist für Frankfurt und die Region. Denn, was wir heute in die Kinder und Jugendlichen investieren, werden sie uns in zehn, in zwanzig, in vierzig Jahren zurückgeben. Die Währung heißt Diskurs-Offenheit, Werte-Stabilität, Kultur-Bewusstsein.“
Meldung: Literaturhaus Frankfurt am Main

