Ossip Klarwein – Ein Architekt zwischen Hamburg und Haifa Ernst Barlach Haus im Hamburger Jenisch Park vom 16. November 2025 – 8. Februar 2026


Das 1922–24 nach Plänen Fritz Högers erbaute Chilehaus – Zentrum des Hamburger Weltkulturerbes »Kontorhausviertel« – gilt als Ikone expressionistischer Backsteinarchitektur. 1927 ernannte Höger Ossip Klarwein (1893–1970) zu seinem Chefarchitekten, und bis 1933 war Klarwein maßgeblich an Högers Projekten beteiligt. Zu den imposanten Zeugnissen Klarwein’scher Baukunst zählen das Rathaus in Wilhelmshaven-Rüstringen (»Burg am Meer«) und die Kirche Am Hohenzollernplatz in Berlin (»Kraftwerk Gottes«).

Die Ausstellung zeichnet Leben und Schaffen des jüdischen Architekten nach, der 1933 ins britische Mandatsgebiet Palästina emigrierte und später das architektonische Erscheinungsbild des jungen Staates Israel entscheidend prägte. Seine bekanntesten Werke dort sind das Parlamentsgebäude in Jerusalem, die Knesset, die Grabanlage für Theodor Herzl, den Vordenker des israelischen Staats, und das monumentale Getreidesilo im Hafen von Haifa.

Ossip Klarwein: Entwurf für ein Kaufhaus- und Bürogebäude am Hamburger Jungfernstieg (»Alstereck«), 1929

Ossip Klarwein: Entwurf eines Geschäftshauses für den Hamburger Juwelier Oskar Wempe, 1931

Das Treppenhaus des Rathauses in Wilhelmshaven-Rüstringen (1926–29), heutiger Zustand

Die von Jacqueline Hénard für das Aktive Museum Berlin kuratierte Ausstellung versammelt dokumentarisches Bild-und Filmmaterial, ergänzt um Aufnahmen des israelischen Fotografen Eli Singalovski (*1984), der Klarweins Bauten in ihrem heutigen Zustand porträtiert hat. Anlass für die Schau, die wir als Beitrag zu den Jüdischen Kulturtagen Hamburg 2025 zeigen, ist eine umfangreiche Publikation mit Werkverzeichnis, Ergebnis einer mehrjährigen deutsch-israelischen Zusammenarbeit (Verlag Kettler, Museumsausgabe 25 Euro).

OSSIP KLARWEIN – Vom Kraftwerk Gottes zur Knesset

Ossip Klarwein / Ernst Barlach Haus

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