Zu Saisonbeginn stellt das Konzert- und Kongresshaus seine ersten neugestalteten Wandelgänge auf der 2. und 3. Ebene vor. Das Clara Schumann Foyer war schon im Jahr 2021 vollständig umgebaut worden. Das Eingangsfoyer wurde ein Jahr später 2022 umgebaut. Die angrenzenden Gänge auf der Ebene 2 und die darüberliegenden Gänge (Ebene 3) haben in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Jourdan & Müller Steinhauser eine grundlegende Renovierung erfahren. Mit neuen Sitzmöbeln, Holzlamellen, farblichen Elementen und eigens angepasstem Lichtkonzept erhalten die Gänge eine hellere, freundlichere, offenere Anmutung. Schwer genug in der Umsetzung bei einem solchen Prachtbau wie die Alte Oper ist. Auffälligste Veränderung ist jedoch eine neue Fotoausstellung mit Impressionen aus dem vielfältigen Programm des Hauses. Die gezeigten Bilder erinnern an Emotionen, Begegnungen, Sternstunden und große Momente, die das Konzert- und Kongresshaus in den vergangenen Jahren geprägt haben und aktuell prägen.
Besucher*innen des Hauses sind mit Beginn der neuen Spielzeit eingeladen, in den Gängen auf den Ebenen 2 und 3 auf großformatigen Fotos die verschiedenen Welten zu erkunden, die in ihrer Gesamtheit für die Alte Oper stehen. Gezeigt werden Einblicke in das Klassikprogramm, in Entertainment-Highlights, Festivals, weitere Sparten, innovative Formate, Community-Projekte, Angebote für Kinder und in die Aktivitäten der FREUNDE der Alten Oper. Auch der Gala- und Kongressbereich wird in Bildern lebendig. Über ausgehängte QR-Codes gelangen die Besucher*innen zudem auf eine digitale Ebene der Ausstellung und haben einen bequemen und unmittelbaren Zugriff auf weitere Bilder und Informationen.

Die Ausstellung, die der Fotograf Wonge Bergmann im Auftrag der Alten Oper kuratiert hat, fokussiert sich auf das aktuelle Profil des Hauses und wird im kommenden Jahr um weitere Konzertimpressionen an den Außenwänden der Gänge ergänzt.
Eine umfangreiche Darstellung zur wechselvollen Geschichte der Alten Oper mit Bildern, Erläuterungen und Exponaten ist in Vorbereitung und wird ab der Spielzeit 2026/27 auf der Ebene 5 zu sehen sein. Einen Vorgeschmack auf diesen geschichtlichen Abriss gibt bereits jetzt schon ein besonderes Fundstück: In einer Vitrine in der Ebene 2 wird eine Geige gezeigt, die ein Feuerwehrmann 1944 aus den Trümmern des zerstörten Opernhauses, der heutigen Alten Oper, gerettet hat.
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Die erkrankte Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt und Aufsichtsratsvorsitzende der Alten Oper, Dr. Ina Hartwig, begrüßt in einer schriftlichen Pressemitteilung die Neugestaltung der Wandelgänge: „Die in neuem Licht strahlenden Gänge stehen im Einklang mit der Offenheit, mit der die Alte Oper ihr Publikum empfängt. Die vielen in der neuen Ausstellung gezeigten Impressionen verdichten sich zu einem eindrucksvollen Gesamtbild, das zeigt, was die Alte Oper für unsere Stadt bedeutet. Ich freue mich über die gelungene Neugestaltung der Gänge und darüber, dass die Besucherinnen und Besucher nun beim Flanieren an die vielfältige Geschichte dieses Hauses erinnert werden. Dass die Alte Oper dieses gelebte Kulturangebot auch in den Wandelgängen sichtbar machen kann, ermöglicht das großzügige Engagement der Förderstiftungen. Ihnen gebührt mein besonderer Dank.“
Auch für Alte Oper-Intendant und -Geschäftsführer Dr. Markus Fein geht es um mehr als eine bloße dekorative Gestaltung der Wände: „Mit den Bildern möchten wir unser Haus sprechen lassen und den Besucher*innen einen Streifzug durch unsere Welt in all ihren so bunten Facetten ermöglichen. Gut möglich, dass der eine oder die andere beim Betrachten ganz neue Seiten an unserem Haus entdeckt. Die jetzt neu gehängten Bilder sind freilich nur ein erster Schritt. Wir koordinieren die Ausstellungsumsetzung großräumig mit ohnehin anstehenden Renovierungsarbeiten und bereiten für den Beginn der Saison 2026/27 eine umfassende Darstellung der bald 150-jährigen Geschichte der Alten Oper vor. Die kostbaren Zeitzeugnisse des Fotografen Lutz Kleinhans, die bislang in den Gängen zu sehen waren, werden in diesem Teil der Ausstellung selbstverständlich auch ihren Platz erhalten. Dankbar bin ich unseren Förderern, der Crespo Foundation, der Cronstett- und Hynspergischen evangelischen Stiftung und der Dr. Marschner Stiftung, dass sie die Modernisierung der Gänge ermöglicht haben und uns dabei unterstützt haben, das vielfältige Innenleben unseres Hauses dem Publikum zu zeigen und dauerhaft sichtbar zu machen, was ansonsten ‚nur‘ in Erinnerungen Bestand hat.“
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Die Alte Oper Frankfurt verzeichnete zuletzt 500.000 Besucher*innen jährlich, die über Zentralwege und Flure die Wandelgänge beschreiten, was erst durch Renovierung freundlicher und sympathischer geworden ist. Neu ist der Ausstellungsbereich. Das Haus in der Gegenwart präsentiert Künstlerfotos zu Orchester, Solisten, Pegasus Programm und anderes mehr. Die Geschichte der Alten Oper dagegen soll in Ebene 5 Eingang finden. Bisher waren Fotos der kriegszerstörten Oper in den Ebenen 2 und 3 zu sehen. Mit ausführlichen Informationen zur Geschichte sollen diese, wenn es so weit ist, in der neueröffneten Ebene 5 ab 2026 präsentiert werden. Die Geschichte der Alten Oper ist eng mit der Stadtgeschichte verknüpft. Die Gesamtkonzeption des Hauses setzt mit der Renovierung nun stärker auf Transformation. Aus einem Haus nur für Konzertveranstaltungen soll ein Ort der Begegnungen werden über die Musik hinaus. Ansatz bietet Fratopia, das im September auf dem Programm der Alten Oper steht, aber immer noch sehr musikalisch geprägt ist. Sitzen und Verweilen soll es zukünftig heißen. Ursprung der notwendigen Baumaßnahmen liegt jedoch im erforderlichen Brandschutz. Eine bauliche Nische die bisher ungenutzt blieb, konnte nutzbar gemacht werden. Nicht zu vergessen die Löwen-Kopf-Geige, die aus dem Schutt der zerstörten Oper geborgen wurde und jetzt eine eigene Vitrine in einem der Wandelgänge der 2. Ebene erhalten hat. Alte Oper Frankfurt will jedoch kein Museum sein, ergänzte Geschäftsführer Fein ausdrücklich.

Architekt Felix Jourdan von Jourdan & Müller Steinhauser Architekten, die die Renovierungsarbeiten übernommen haben, erklärte, dass störende technische Elemente wie Lüftungskanäle entfernt worden sind, als auch zu große und überflüssige Spiegel. Sorgfältig wurde fehlender Blattputz aus Gold aufgetragen, der raue Putz durch feinen ersetzt, wodurch Rhythmus in den Wandelgängen entsteht. Die Ausmalung der Fensternischen in Weiß steht vis-á-vis zum Ausstellungsteil. Wo vorher Kunststoffkästen waren, läuft jetzt eine Lichtroute durch den Gang. Zusätzlich wurden Lichtstrahler – kleine Spots – über Exponaten der Ausstellung angebracht. Ziel ist ein bürgerliches Klientel, das sich angesprochen fühlen soll. Die Marmorsockel in den Gängen sind erhalten geblieben, denn sie gehören zum Bestand der Alten Oper und waren von Anfang an vorhanden. Der Teppichboden in den Wandelgängen, farblich angepasst, wurde erneuert. Ein gediegener Charakter entsteht, wie von Architektenseite gesagt wurde.
Zu den drei Stiftungen, Crespo Foundation, der Cronstett- und Hynspergischen evangelischen Stiftung und der Dr. Marschner Stiftung, die zu den finanziellen Förderern der Alten Oper Frankfurt zählen, soll bald eine vierte hinzukommen. Näheres wird bekannt gegeben, wenn letzte Fragen des Beitritts geklärt sind, schloss Intendant und Geschäftsführer Fein ab.
Siehe auch: „Clara Schumann Foyer“ nach Umbauarbeiten in der Alten Oper feierlich neueröffnet





