Ab 06. März 2020 auf DVD: Ein ungewöhnlicher Auftrag führt die Pariser Malerin Marianne (Noémie Merlant) im Jahr 1770 auf eine einsame Insel an der Küste der Bretagne: Sie soll heimlich ein Gemälde von Héloïse (Adèle Haenel) anfertigen, die gerade eine Klosterschule für junge adelige Frauen verlassen hat und bald verheiratet werden soll. Denn Héloïse weigert sich, Modell zu sitzen, um gegen die von ihrer Mutter (Valeria Golino) arrangierte Ehe zu protestieren. So beobachtet Marianne Héloïse während ihrer Spaziergänge an die Küste und malt abends aus dem Gedächtnis heraus ihr Porträt. Langsam wächst zwischen den eindringlichen Blicken eine unwiderstehliche Anziehungskraft.

Filmposter

Es geht um die lesbische Liebe zweier Frauen, die ihr monadisches Dasein auf einer einsamen Insel verbringen und sich in dieser abgeschlossenen Umgebung langsam näher kommen. Die Atlantikküste ist nicht weit entfernt. Das mutet fast schon archaisch an. Aber Historienfilme, die zudem die Schlichtheit ihrer Lebensführung mit einbeziehen, haben stimulierende Wirkung auf den Betrachter. Die aufbegehrenden freien Künste geben den asketischen Ton an, sie sind der Grund um die verbotene Liebe am Leben zu halten. Die beiden Frauen folgen damit nur ihrer innersten Stimme, gleich einer lodernden Euphorie, sehen dabei über gesellschaftliche Konventionen wissentlich hinweg. Die Bilder erzählen eine wahrgewordene Illusion.

Französischer Originaltitel: Portrait de la jeune fille en feu

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