Diese Märchenwelt wirkt authentisch, soweit eine Märchenwelt dies überhaupt sein kann. Denn Märchen sind allesamt erfunden, wenn ihnen auch immer wieder ein Körnchen Wahrheit nachgesagt wird. So verhält es sich auch mit dieser Sage, die ihre Ursprünge wohl in den mythologischen Zeiten Norwegens gehabt haben dürfte. Ein wenig Hans Christian Andersen ist vorhanden, wenn auf der Suche nach einem sagenumwobenen Schloss, das in weiter Ferne liegt und welches erst nach Überwindung vieler Hindernisse überhaupt in die Nähe der Erreichbarkeit rückt. Aber auch eine Persiflage ist Bestandteil der Verfilmung, so könnte der dreiköpfige Riesentroll im goldenen Schloss, dem das Augenlicht wiedergeschenkt wird, vielleicht eine Übertreibung auf einen Politiker der Gegenwart sein, der seine Possen treibt und sich nur so herumtrollt. Auffällig ist auch die märchenhaft starke Überfremdung zwischen alt und jung. Gewinner bleiben wie im Märchen üblich natürlich Glücksritter und Prinzessin. Die Belohnung ist ein Goldschatz, der alle Beteiligten auf einen Schlag reich machen soll. Zudem geht es darum, das Wasser des Lebens zu finden, welches in der Heimat die königlichen Eltern der Prinzessin wieder zum Leben erwecken soll.
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Das sind Bestandteile aus denen die Märchen der Welt sonst auch gestrickt sind. Umso erfreulicher ist es, wenn mit der notwendigen filmischen Sorgfalt vorgegangen wurde. Nicht zu viel Action, aber dennoch genug Spannung damit die Sache nicht langweilig wird. Märchen haben meist einen Plot, den es stringent zu verfolgen gilt möglichst ohne unnötige Abschweifungen. Auch die strenge Unterscheidung zwischen Gut und Böse bleibt wie im Märchen stets präsent. Die zauberhafte Landschaft Norwegens trägt im Übrigen mit dazu bei, den magischen Moment im Märchen lebendig zu halten.
In die Rolle des abenteuerlustigen und liebenswürdigen Bauernsohns Espen schlüpft Vebjørn Enger, an seiner Seite die wundervolle Eili Harboe, die als unerschrockene Prinzessin Kristin das Publikum verzaubert. Gemeinsam treffen sie auf eine ganz besondere Schurkin, die von der preisgekrönten und u.a. mit einem César Award-geehrten Sidse Babett Knudsen gespielt wird. Ausgezeichnete Visual Effects (Amanda Award 2020), eine fantasievolle Ausstattung und geheimnisvolle Fabelwesen, die die Welt von Espen zum Leben erwecken, runden das große Fantasy-Abenteuer perfekt ab.
Technische Daten
Regie: Mikkel Braenne Sandemose
Darsteller: Vebjørn Enger, Eili Harboe, Sidse Babett Knudsen, Mads Sjøgård Pettersen
Originaltitel: Askeladden – I Soria Moria slott
Produktionsjahr/Land: Norwegen 2019
Genre: Abenteuer
Filmlänge: DVD ca. 98 Minuten / BD ca. 102 Minuten
Tonformat: DVD: Deutsch & Norwegisch DD 5.1 / BD: Deutsch & Norwegisch DTS-HD MA 5.1
Bildformat: DVD: 2,40:1 (16:9) / BD: HD 1080p/24 (2,40:1)
FSK: 12
Vertrieb: EuroVideo Medien










