Kinostart ab 22. Januar 2026: Die erst 2015 veröffentlichten und in mehr als 20 Sprachen übersetzen Kriegstagebücher von Astrid Lindgren lagen 70 Jahre lang in ihrem Schlafzimmer im Wäscheschrank verborgen. Sie sind eine einzigartige Dokumentation vom Schrecken der Diktatur und des Terrors aus der Sicht einer Mutter und frühen Feministin und appellieren leidenschaftlich an Mitmenschlichkeit, Frieden und Gleichberechtigung.
Der Film erzählt mit dokumentarischen und szenischen Bildern aus der Sicht von Astrid Lindgren und ihrer Tochter Karin, ihrer Enkelin Annika und ihrem Großenkel Johan anhand der Kriegstagebücher die wahre Geschichte hinter dem Erfolg der Weltautorin. Dabei gehen die Nachkommen bei der Lektüre und in Gesprächen auch schmerzhaften Ereignissen im privaten Leben Astrid Lindgrens nach. Die Besetzung in den szenischen Abschnitten ist hochkarätig: Sofia Pekkari hat die Rolle der Astrid Lindgren übernommen. Eine Rolle als Hauptdarstellerin erzählerisch gelungen und wie passend zugeschnitten. Tom Sommerlatte ist als ihr Mann Sture Lindgren zu sehen, Edda Braune und Ida Malene Schütte verkörpern die Tochter Karin Lindgren, während Lennard Leiste die Rolle des Sohnes Lars Lindgren übernommen hat.

Vieles erzählt Astrid Lindgren im Film selbst, durch ihre Stimme aus den Kriegstagebüchern. Karin Nyman hatte lange gezögert, sie zu veröffentlichen. Doch sicher hätte ihre Mutter nach so langer Zeit keine Einwände, dass ihre Geheimnisse gelüftet werden. „Ihr Mut, zu verzeihen und ihr unbedingter Wille, mit Hilfe der Fantasie die Welt besser zu machen“, sagt ihre Tochter Karin, „waren ihrer Zeit voraus – und sind es immer noch“.

Müsste heißen: Endlich sind die Tagebücher erschienen! Denn eine Autorin lebt nur von permanenter Erneuerung ihrer Werke. Zuletzt lief der Film „Astrid“ (2018) von Pernille Fischer Christensen mit Alba August als junge Astrid Lindgren in der Hauptrolle, ein wirklich gelungener und in Erinnerung bleibender Spielfilm zum Thema als auch Frauenrechte und Kindererziehung in Schweden. Neben ihren Büchern, überwiegend Kinderbücher, macht Astrid Lindgren sich immer wieder selbst zum Objekt der Reflexion. Das hängt zum einen mit schwierigen Lebensumständen im Umbruch und einsetzender Industrialisierung in Schweden zu Anfang des 20. Jahrhunderts zusammen, wie dem Kampf um das Frauenwahlrecht und steigendem Einfluss aus der Bevölkerung, wobei Schweden seine Neutralität stets bewahrte. So nimmt die Dokumentation über Astrid Lindgren vor allem die Jahre seit Kriegsbeginn und geht bis Kriegsende in das Jahr 1945, der negative Einfluss Deutschlands auf das neutrale Schweden schürte große Ängste. Schweden war kriegsumringt und rechnete jeden Moment damit selbst in den Krieg hineingezogen zu werden. Auch der Satz: „Die Menschheit hat den Verstand verloren“ taucht im Film auf. Die Szene bezieht sich auf den 2. Weltkrieg und die Alliierten, wie England und Frankreich mit Kriegseintritt der US-Amerikaner sich gegen Deutschland verbündeten, um Hitler zu besiegen. Interessanterweise begann Astrid Lindgrens Karriere als Kinderbuchautorin erst richtig nach dem Krieg. Ab 1946 fand sie einen Verleger und veröffentlichte fortan ein Kinderbuch nach dem anderen. Über Astrid Lindgrens Bestseller „Pippi Langstrumpf“ erzählt ihre Enkeltochter Annika im Film, die Originalversion des Manuskriptes sei frecher und übermütiger gewesen und wurde erst nach Forderungen durch den Verleger für die Leserschaft um einiges abgeschwächt.
Filmwebsite: Astrid Lindgren – Die Menschheit hat den Verstand verloren – farbfilm verleih

| CREW | |
| Buch & Regie: | Wilfried Hauke |
| Footage-Script: | Hermann Pölking-Eiken |
| Kamera: | Caroline Troedsson, Clas Elofsson (Doku), Sabine Panossian (Szenisch) |
| Musik: | George Kochbeck |
| Schnitt: | Friederike Dörffler |
| Produzent*innen | Wilfried Hauke und Iris Sommerlatte (IDA), Ove Rishøj Jensen und Magnus Gertten (Auto Images) Hermann Pölking-Eiken (Helden der Geschichte) |
| Executive Producer: | Johan Palmberg (The Astrid Lindgren Company) |
| Redaktion: | Claudia Cellarius (NDR/ARTE), Mikael Österby (SVT), Fredrik Færder (NRK) |
| Gefördert von: | MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, nordmedia Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen, Creative Europe Media, Film i Skåne, Deutscher Filmförderfonds |
| Beteiligte Sender: | NDR / ARTE, SVT, NRK |
| TECHNISCHE DATEN | |
| Filmlänge: | 98 Minuten |
| Bildverhältnis: | 1,85:1 |
| Drehformat: | 4K |
| Tonformat: | SRD 5.1 |
| Produktionsland: | Deutschland und Schweden |
| Jahr | 2025 |
| Sprachen: | Schwedisch mit englischen Untertiteln, Deutsche Synchronfassung |
CAST
mit Karin Nyman, Annika Lindgren, Johan Palmberg und Sofia Pekkari, Tom Sommerlatte, Edda Braune, Ida Malene Schütte, Lennard Leiste u.v.m.
Siehe auch: DAS FENSTER IN STOCKHOLM – kulturexpress.info

