Kinostart ab 07. Mai 2026: Oscar-Preisträger Russell Crowe und Rami Malek liefern sich in James Vanderbilts NÜRNBERG ein nervenaufreibendes psychologisches Duell von großer Intensität. Der packende und bis in die Nebenrollen hochkarätig besetzte Politthriller über den folgenreichsten Prozess des 20. Jahrhunderts verbindet spannungsreiches Justizdrama mit einer vielschichtigen Auseinandersetzung über Macht, Schuld, Ideologie und Verantwortung. Aus deutscher Sicht steckt dahinter natürlich mehr als ein Justizdrama. Für Deutschland bedeutete der Prozess in Nürnberg und der Aufwand der damit betrieben wurde, den ersten Anfang einer Aufarbeitung aus den Folgen des verheerenden Krieges und seiner hinterlassenen Schäden.

In der Filmhandlung erhält der amerikanische Militärpsychiater Dr. Douglas M. Kelley, gespielt von Rami Malek, den ungewöhnlichen Auftrag, die inhaftierten Hauptverantwortlichen des NS-Regimes in Vorbereitung auf die Nürnberger Prozesse zu untersuchen. Unter ihnen ist der ehemalige Reichsmarschall Hermann Göring, dessen Intelligenz, Charisma und manipulative Stärke Kelley gleichermaßen herausfordern wie faszinieren. Trotz anfänglicher Machtspiele gelingt es dem Arzt, Görings Vertrauen zu gewinnen und Einblick in seine Persönlichkeit zu erhalten. Während im Gerichtssaal die Verhandlungen beginnen, fällt es Kelley zunehmend schwerer, die notwendige Distanz zu wahren.
Obwohl der Film streng genommen kein Gerichtsdrama ist, finden in der zweiten Hälfte des Films lange Passagen statt, die die Nürnberger Prozesse nachstellen.
„Das Privileg, den ersten Prozess in der Menschheitsgeschichte wegen Verbrechen gegen den Weltfrieden zu eröffnen, bringt eine tiefgreifende Verantwortung mit sich. Die Vergehen, die wir hier verurteilen und bestrafen wollen, waren so kalkuliert, so bösartig und so verheerend, dass sie zu ignorieren von der Zivilisation nicht hingenommen werden kann, denn ihre Wiederholung würde das Ende der Menschheit bedeuten. Dass vier große Nationen, berauscht vom Sieg und verletzt durch das erlittene Unrecht, von Rache absehen und ihre gefangenen Feinde freiwillig dem Urteil des Gesetzes unterwerfen, ist eine der bedeutendsten Ehrungen, die die Macht der Vernunft jemals zuteilwerden ließ.“
Robert H. Jackson
Auszug aus der Eröffnungsrede bei den Nürnberger Prozessen

Der historische Berater Michael Berenbaum sorgte dafür, dass die Produktion die Geschichte NÜRNBERGs so genau wie möglich wiedergab. Berenbaum ist ein angesehener Wissenschaftler, Autor und Filmemacher und weithin bekannt für seine Expertise in den Bereichen Holocaust-Studien und zeitgenössische jüdische Geschichte. Als ehemaliger Projektleiter des United States Holocaust Memorial Museum und Autor zahlreicher Werke über Erinnerung und historische Darstellung hat Berenbaum seine Karriere der Vertiefung des öffentlichen Verständnisses des Holocaust und seiner Folgen gewidmet.
Am Ende des Zweiten Weltkriegs standen die Alliierten vor einer schwierigen Frage: Was sollte mit den überlebenden Mitgliedern des Nazi-Regimes geschehen, die bei der Befreiung Europas gefangen genommen worden waren? Der neu ins Amt gekommene US-Präsident Harry S. Truman bestand auf einen echten Prozess, um die Beschuldigten vor Gericht zu stellen. Die Alliierten waren sich bewusst, dass Gerechtigkeit in Nürnberg nicht nur an Urteilen und Strafen gemessen werden würde, sondern auch an einer tieferen Auseinandersetzung mit den Wurzeln des Bösen selbst. War die Monstrosität des Nazi- Regimes das Produkt einzelner gestörter Geister, oder konnten gewöhnliche Menschen durch Ideologie und Ehrgeiz dazu verführt werden, unvorstellbare Taten zu begehen? Die Welt verlangte Antworten.
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| Bis auf wenige Frauen ist der Film überwiegend mit Männerrollen besetzt, die den gesamten Prozessablauf steuern und bis zum Ende der Verhandlungen bringen | |

Diese Diagnose stellte das verzweifelte Bedürfnis der Welt nach einfachen Antworten oder bequemen Kategorien von Gut und Böse in Frage. Kelleys Behauptung, dass monströse Taten von ganz normalen Menschen ausgehen könnten, löste heftige Kontroversen unter seinen Zeitgenossen aus, von denen viele vor der Vorstellung zurückschreckten, dass die Grenze zwischen Gut und Böse so fragil und menschlich sei. In Nürnberg wurde er bald durch den Psychologen Gustave Gilbert ersetzt, der zu dem Schluss kam, dass die Nazi-Führer tiefgreifende moralische und emotionale Defizite aufwiesen – Eigenschaften, die er als pathologisch und als Zeichen einer angeborenen Fähigkeit zum Bösen betrachtete. Als die Welt versuchte, sich mit dem Erbe von Nürnberg auseinanderzusetzen, waren es Gilberts vernichtende psychologische Porträts, die die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zogen und letztlich die vorherrschende Erzählung prägten. Gilberts Perspektive fand großen Anklang bei einer Öffentlichkeit, die sich nach klaren moralischen Grenzen sehnte, und seine späteren Schriften, insbesondere seine detaillierten Tagebücher, wurden zu Maßstäben für das Verständnis der Nazi- Psyche. Kelley hingegen sah seine differenzierteren Schlussfolgerungen an den Rand gedrängt. Als Gilberts Ansichten sich durchsetzten und weit verbreitet wurden, schienen Kelleys eigener Ruf und sein Sendungsbewusstsein zu erodieren.

NÜRNBERG wurde von James Vanderbilt geschrieben und inszeniert und basiert auf Jack El-Hais Sachbuch „Der Nazi und der Psychiater“. Der Film begleitet den Militärpsychiater Oberstleutnant Douglas M. Kelley (Rami Malek) bei der Beurteilung der psychischen Eignung inhaftierter Nazi-Funktionäre, darunter der ehemalige Reichsmarschall Hermann Göring (Russell Crowe). Gleichzeitig bereitet sich der US-amerikanische Richter Robert H. Jackson (Michael Shannon) am Obersten Gerichtshof auf eine außergewöhnliche Aufgabe vor: Er soll die für die Verbrechen des Dritten Reiches verantwortlichen Männer strafrechtlich verfolgen, und daran die grundlegenden rechtlichen und ethischen Standards für dieses beispiellose internationale Tribunal entwickeln. Zum hochkarätigen Ensemble von NÜRNBERG gehören außerdem Leo Woodall als Sgt. Howie Triest, der deutschsprachige Attaché, der Kelley als Übersetzer zur Seite gestellt wurde; Richard E. Grant als Sir David Maxwell-Fyfe, der britische Ankläger; Colin Hanks als Dr. Gustave Gilbert, der rivalisierende Psychologe, der hinzugezogen wurde, um Kelleys Schlussfolgerungen zu überprüfen; Mark O’Brien als Col. John Amen, der als Chefverhörer für das US-Anklageteam fungierte; und John Slattery als Col. Burton C. Andrus, der das Nürnberger Gefängnis leitet, in dem die gefangenen Nazis festgehalten werden.
Filmwebsite: Weltkino Filmverleih | Nürnberg
| CAST | |
| Hermann Göring | Russell Crowe |
| Douglas M. Kelley | Rami Malek |
| Robert H. Jackson | Michael Shannon |
| Sergeant Howie Triest | Leo Woodall |
| Colonel Burton | Andrus John Slattery |
| Sir David Maxwell-Fyfe | Richard E. Grant |
| Colonel John Amen | Mark O’Brien |
| Dr. Gustave Gilbert | Colin Hanks |
| Elsie Douglas | Wrenn Schmidt |
| Lila McQuaide | Lydia Peckham |
| Rudolf Heß | Andreas Pietschmann |
| Karl Dönitz | Peter Jordan |
| Robert Ley | Tom Keune |
| Julius Streicher | Dieter Riesle |
Siehe auch: Die Psychologie des Bösen – kulturexpress.info



