Ab 02. Januar im Kino: Erzählt aus dem Leben und der Karriere einer kulturellen Ikone. Visionär, der in kein Schema hineinpassen will und dabei eines absolut verkörperte: Coolness. Erkennbar an seiner filigranen Gestalt gepaart mit Wachheit und das in katzenhaften Intensität. Kein einfacher sondern ein strittiger Mensch, der durch seine musikalischen Fähigkeiten als Ausnahmetalent enorme Höhen der Popularität erreichte.  Untergründig und geschmeidig zugleich, ist seine Musik  immer wieder auch als begleitendes Element tauglich. Seine Soul und Bluesmusik folgt dabei einer dauerhaft durchdringenden Leitlinie und verfügt zugleich über spielerische Vielfalt. Nicht zuletzt wurde Miles Davis durch die tiefgründige fast melancholische Filmmusik im Filmklassiker von Louis Malle einer breiten Öffentlichkeit bekannt.     

Filmposter

Zentrales Motto von Miles Davis’ Leben war die stete Entschlossenheit, Grenzen zu sprengen und nach eigenen Regeln zu leben. Dies machte ihn zum Star und gleichzeitig schwierig im privaten Umgang, besonders für die Menschen, die ihm am nächsten standen. Immer wieder brach Davis mit Konventionen, in der Musik und im Leben – und sobald er der Meinung war, selbst Mainstream zu werden, begann er neue Wege zu gehen. Seine kühne Ablehnung von Traditionen, seine klare Vision und sein unersättlicher Hunger nach neuen Erfahrungen machten ihn
zum inspirierenden Partner seiner musikalischen Weggefährten und zur kulturellen Ikone von Generationen von Musikliebhabern. Von Bebop bis Cool Jazz, moderne Quintette, orchestrale Musik, Jazz Fusion, Rock’n’Roll und nicht zuletzt Hip Hop – Miles Davis machte Musik jenseits aller Limits.

Dabei erweist sich der Künstler als sogenannte Doppelbegabung, denn Miles Davis konnte auch Malen. Sein zeichnerisches Werk ist genauso filigran wie seine Musik und zeugt von der tänzerischen Lebenslinie, die sein Schaffen von je her mitbestimmt hat. Ein Jazztrompeter, der seit den 1950er mit seiner Soul- und Bluesmusik Aufsehen erregte.  Was an dieser Filmdokumentation von Stanley Nelson auffällt, sind die vielen Sprünge und Bildserien, die wie im Zeitraffer präsentiert und aufgefächert werden. Miles Davis als Showstar im Blitzlichtgewitter von einer Bühne zu anderen und von einem Club in den nächsten, immer mit der Trompete unterm Arm unterwegs. Das kann erschöpfend sein, dadurch gestattet sich die Dokumentation nur wenige Ruhepausen, die doch gerade dasjenige sind, welche Miles Davis Musik so sehr auszeichnet. Die Flucht vor dem Alltag.   

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